Der Wiederholungstäter

Der „Yello Strom“-Gründer Prof. Dr. Michael Zerr suchte eine neue Aufgabe: Nach der Revolutionierung der Energiewirtschaft nimmt sich der neue Präsident der Karlshochschule International University die deutsche Hochschullandschaft vor.

Karlsruhe, 01.08.2009. Mit der Gründung von „Yello-Strom“ im Jahr 1998 hat Michael Zerr Pionierarbeit geleistet. Vor allem die Umsetzung des bis dato für die Energiebranche unbekannten Marketingkonzepts der Markenemotionalisierung war für seinen damaligen Erfolg maßgeblich. Heute beschreitet er diesen steinigen Weg noch einmal: Der neue Präsident der Karlshochschule International University schickt sich an, diesmal nicht die Energiebranche, sondern das deutsche Hochschulwesen umzukrempeln.

Die ersten Schritte auf diesem Weg hat Michael Zerr bereits zurückgelegt: Mit dem Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Karlshochschule International University in Karlsruhe vor zwei Jahren, damals noch Merkur Internationale FH, nahm er sich vor, seinen Teil zu einer Innovation des deutschen Hochschulwesens beizutragen. Im Januar 2009 übernahm er die Präsidentschaft und bekam nun die Chance, seine Visionen umzusetzen. Zerrs erklärtes Ziel war und ist in erster Linie die Ausbildung verantwortungsbewusster Führungskräfte, welche über einen Rundblick aus allen Perspektiven auf ihre Expertise verfügen, und damit ihren Beitrag für eine gesunde Zukunft der Wirtschaft leisten. Die Tatsache, dass dieses Ziel lange vor dem akuten Ausbruch der Wirtschaftskrise formuliert wurde, zeigt den Weitblick des Präsidenten, mit dem er künftig auf das Hochschulwesen einwirken will. Sein Ziel ist zwar noch lange nicht erreicht, aber die ersten Etappen sind mit Erfolg absolviert worden.

Etappensiege auf dem Weg zu einer neuen Hochschule
Im Januar wurde ein Prozess der Umstrukturierung angestoßen, der dank Zerrs Vorarbeit bald Früchte tragen sollte. Er weckte bei den Studierenden mit seinem innovativen Lehrstil eine derartige Begeisterung für die eigene Umsetzung von Projekten, dass sich diese aktiv an der Gestaltung des Prozesses beteiligen wollten, und auch durften. Besonders Tim Berschneider, der Vorsitzende der Studierendenvertretung (StuV), war von Anfang an in Zerrs Arbeit integriert und überarbeitete mit anderen Studierenden die neue hochschuleigene Homepage und die dazugehörige Broschüre. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich an einer anderen Hochschule noch während meines Studiums die Chance auf so viel Einblick in die internen Strukturen und eigenverantwortliches Handeln bekommen hätte“, so Berschneider. Noch vor der Überarbeitung der Außendarstellung stieß Zerr die Umgestaltung der internen Strukturen und des Lehrangebots an. Die Hochschule wurde in eine gemeinnützige Stiftung in privater Trägerschaft umgewandelt, das Netzwerk zu Unternehmen und interessanten Persönlichkeiten aus aller Welt kontinuierlich ausgebaut und die einzelnen Module aller Studiengänge sowie die Art der Lehre überarbeitet. So wurde der erste wichtige Meilenstein erreicht: Alle Studiengänge wurden mit großem Erfolg durch die FIBAA* akkreditiert, die sich insbesondere von der durchweg außergewöhnlichen Qualitätsorientierung dieser Hochschule beeindruckt zeigt und sie in allen diesbezüglichen Punkten mit Bestnoten auszeichnete, eine bis dato (laut FIBAA) einmalige Honorierung in Deutschland.

Umstrukturierung von innen nach außen
Das Wichtigste im Change Prozess sind für Michael Zerr die eigenen Mitarbeiter. Mit der Übernahme seiner Präsidentschaft verstärkte er sein Team und setzte dabei vor Allem auf Eigenwuchs. Zwei der besten Absolventen des letzten Karlshochschul-Jahrgangs übernahmen neue Aufgaben. Zudem konnte Zerr mit Patrick Breitenbach einen Blogger der ersten Stunde und Pionier in den Web 2.0-Entwicklungen für die Leitung des neuen Hochschulmarketing-Teams gewinnen und setzte damit ein Zeichen für eine innovative Richtung der Hochschulkommunikation.
Nach einer bis dato sehr hierarchischen Struktur wurden die Mitarbeiter mit einem offenen Führungsstil konfrontiert. „Wir legen sehr viel Wert auf Transparenz und offene Kommunikation. Ich bin davon überzeugt, dass nur so ein Wir-Gefühl unter Professoren, Dozenten, Mitarbeitern und Studierenden entstehen kann, das für die erfolgreiche Weiterführung des momentanen Prozesses Voraussetzung ist“, betont Präsident Michael Zerr.

Neue Wege gehen
Im Herbst wird die Karlshochschule zwei frisch akkreditierte, spannende Studiengänge anbieten. Zum Einen wird es den ersten konsekutiven Masterstudiengang „Leadership“ geben, der die FIBAA-Prüfer vor allem durch die enorme Praxisnähe aufgrund des darin konzipierten „On-the-Job-Assignment“ und des 1:1 Mentorenprogramms mit namhaften Führungskräften der Wirtschaft begeistern konnte. Zum Anderen wird Michael Zerr sein wertvolles Wissen aus seiner Zeit beim Energiekonzern EnBW und dessen Marke „Yello Strom“ durch den mit von ihm konzipierten, zukunftsträchtigen Bachelorstudiengang „Energiemanagement“ weitergeben. Neben ihm werden auch andere interessante Persönlichkeiten aus der Energiewirtschaft an der Karlshochschule dozieren. Damit wird die bunte Auswahl an vor allem wirtschaftlich und interkulturell orientierten Bachelorstudiengängen bereichert und ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Hochschule getan, die sich in der deutschen und internationalen Konkurrenz auf lange Frist beweisen will.

Die Karlshochschule International University, ehemals Merkur Internationale FH, ist eine in Karlsruhe angesiedelte staatlich anerkannte Fachhochschule, die als gemeinnützige Stiftungshochschule eine praxisorientierte, marktnahe und vor allem internationale Lehrphilosophie mit starken Partnern aus der Privatwirtschaft verfolgt. 16 hauptamtliche Professoren, drei Gastprofessoren und über 30 Lehrbeauftragte qualifizieren derzeit etwa 360 Studierende zur Übernahme von Management- und Führungsfunktionen in Wirtschaft und Gesellschaft. Dementsprechend branchen- und zukunftsorientiert sind die acht Studiengänge „Internationales Tourismusmanagement“ (Bachelor), „Messe-, Kongress- und Eventmanagement“ (Bachelor), „Kulturmanagement“ (Bachelor), „Internationales Marketing“ (Bachelor), „Interkulturelles Management und Kommunikation“ (Bachelor), „International Business“ (Bachelor), „Energiemanagement“ (Bachelor, NEU ab Herbst 2009), „Leadership“ (Master, NEU ab Herbst 2009).