Wie die Messe von morgen aussieht

Vorstand der Deutschen Messe AG sprach an Karlshochschule

Zwanzig Jahre entwickelte sich das Messegeschäft mehr oder weniger gemächlich – „jetzt geht es ab“: Globalisierung durch internationale Standorte und die Digitalisierung führen zu einer rasanten Veränderung, erklärt Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG, bei einem Vortrag an der Karlshochschule vor rund 120 Studierenden und Gästen.
Raue, der seit rund 30 Jahren „Messe macht“, verantwortet die CeBIT und steht an der Spitze des Technischen Betriebs der Messe Hannover.

Die Position der Messen in der Kommunikation sei weiter stark. 83 % der ausstellenden Unternehmen halten Messen für wichtig oder sehr wichtig, nur übertroffen vom eigenen Internetauftritt (90 %). Kernthema von Messen ist nach wie vor die Anbahnung von Geschäftskontakten, aber: „Eine Messe muss sexy sein, sonst kommt keiner“, weiß Raue. Gefragt sind Infotainment anstelle purer Information sowie ein Plus an Service.

Der Kunde geht nicht mehr auf eine Messe, um ein neues Produkt zu sehen – sein Informationsverhalten hat sich komplett verändert. Dadurch werden Fachmessen abstrakter, sie bieten zunehmend eine Plattform für neue technische und wirtschaftliche Lösungen. Die Zukunft bringt eine weitere Schärfung und Fokussierung des Messeangebots, denn – einem steigenden Informationsbedürfnis steht gleichzeitig eine Informationsüberlastung gegenüber. Guiding-Systeme planen schon heute dem Besucher im Vorfeld seinen Weg durch die Messe, er möchte seine knappe Zeit nicht verschwenden.

Mit dem Online Matchmaking ist ein neues Geschäftsfeld entstanden: Kunden und Anbieter werden bereits vor der Messe zusammengebracht, um zielgerichtete persönliche Kontakte zu vereinbaren. Ein ganzjähriger virtueller Messemarktplatz könnte eine Vision für die Messe von morgen sein.

Obwohl die Kapazität in Deutschland eigentlich zu groß sei, sind Messen sind nach wie vor ein Instrument der Wirtschaftsförderung, meint Raue. Für die einzelne Region sei der Messestandort eine richtige Entscheidung – es würden Menschen und Marktplätze angezogen, welche für eine Refinanzierung sorgten. In der IT und dem Internet sieht er eine klaren Themenschwerpunkt für die TechnologieRegion Karlsruhe.

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